Versuch zum Anbau unter Solarmodulen
Versuch zum Anbau unter Solarmodulen
05-09-2025
2022 wurde am Standort des KOB in Bavendorf eine Anlage errichtet, in der zwei Arten von Photovoltaiksystemen mit einem Hagelnetz verglichen werden. Die Solarmodule wurden so angeordnet, dass der Lichtverlust unter den Modulen jenem des Hagelnetzes entspricht. In Zahlen: Die Module selbst lassen 50 % des einfallenden Lichts durch. Da die Module aber nicht die gesamte Fläche bedecken, beträgt der Lichtverlust des gesamten ‚Dachs‘ zwischen 35 und 38 %.
Die Hälfte der Solarmodule ist als Dach mit 10 % Neigung über den Baumreihen angebracht (siehe Foto); die andere Hälfte ist mit Modulen ausgerüstet, die sich nach dem Sonnenstand ausrichten (variierender Neigungswinkel, siehe Foto). Bei Regen werden diese Module in horizontale Stellung gestellt, um die Bäume möglichst vor Regen zu schützen.
Unter den Modulen wurden die wenig schorfanfälligen bzw. schorfresistenten Sorten Freya, Topaz, Natyra und Delcored gepflanzt. Die Kontrollfläche ist mit grauen Hagelnetzen versehen.
Die Bäume sind noch zu jung (2024 war das 3. Standjahr), um zuverlässige Aussagen über den Einfluss der Solarmodule auf Ertrag und Fruchtgröße treffen zu können. Allerdings können aufgrund der bisherigen Beobachtungen einige vorsichtige Schlussfolgerungen gezogen werden:
- Die Wachstums- und Ertragsunterschiede zwischen den Sorten sind groß. Natyra ist eindeutig am wenigsten gewachsen und hat somit auch den niedrigsten Ertrag.
- Unter den Hagelnetzen ist der Ertrag etwas höher als unter den Solarmodulen.
- Die am besten ausgefärbten Früchte hängen unter den Hagelnetzen.
- Unter den Solarmodulen sind die Reife und der Erntezeitpunkt um einige Tage später.
- Unter den Solarmodulen gibt es weniger Fruchtfäule.
- Die Solarmodule haben eine negative Auswirkung auf Blutläuse.