Obstbauern am Bodensee fürchten um ihre Existenz
Obstbauern am Bodensee fürchten um ihre Existenz
27-8-2026
Immer mehr Verbraucher legen Wert auf Regionalität – also auf Produkte aus der Region –, sagen Sie. Doch bei den Preisen, die Erzeuger auf der deutschen Seite des Bodensees für ihre Äpfel erzielen, lässt sich die Versorgung der Verbraucher mit regional erzeugten Produkten kaum wirtschaftlich aufrechterhalten. Die niedrigen Erzeugerpreise gefährden die Existenz der Betriebe. Von dem Preis, den Verbraucher im Supermarkt bezahlen, kommt nur ein Bruchteil beim Obstbauern an. In einem Video auf schwäbische.de berichtet Obstbauer Markus Maier, dass er für die Ernte 2025 lediglich 20 bis 25 Cent je Kilogramm Äpfel erhalten habe, während die Früchte im LEH für 2,49 Euro je Kilogramm angeboten würden. „Auf diese Weise sind unsere Betriebe nicht überlebensfähig“, sagt er. Der Preis werde vom Handel und vom Lebensmitteleinzelhandel bestimmt; dem Erzeuger bleibe nur abzuwarten, welchen Preis er letztlich erhalte.
Ganz anders ist die Situation auf der anderen Seite des Bodensees, in der Schweiz. Dort werden die Marktsituation und die Richtpreise gemeinsam von Obstbauern, Zwischenhandel und Lebensmitteleinzelhandel besprochen. Ausgangspunkt ist der Preis, den der Erzeuger benötigt, um seine Kosten zu decken. Die Preisbildung erfolgt damit gewissermaßen von unten nach oben statt von oben nach unten. Darüber hinaus sorgen die Schweizer Einfuhrzölle auf ausländisches Obst dafür, dass regional erzeugte Schweizer Äpfel gegenüber Importware einen Wettbewerbsvorteil haben.
Mit der Marke FAIRDI versuchen die Obstbauern auf der deutschen Seite des Bodensees, ihren regional erzeugten Äpfeln wieder einen festen Platz in den Regalen des Lebensmitteleinzelhandels zu verschaffen.