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Obst und Gemüse mit Schönheitsfehlern gut verkäuflich

Obst und Gemüse mit Schönheitsfehlern gut verkäuflich

Obst und Gemüse mit Schönheitsfehlern gut verkäuflich
Pixabay

9-3-2026

Obst und Gemüse mit abweichender Form, Beschädigung oder sonstigen Schönheitsfehlern werden oft entsorgt. Der Grund hierfür ist aber nicht, dass die Verbraucher dieses Obst und Gemüse nicht kaufen wollen, sondern dass es kaum im Lebensmitteleinzelhandel angeboten wird. Ist das Angebot groß genug, wird es sehr wohl gekauft, wie eine Studie des niederländischen Wageningen University & Research (WUR) ergab.

Ein erheblicher Teil der Lebensmittelverschwendung entsteht durch Obst und Gemüse, das wegen seines Aussehens aussortiert wird. Im Lebensmitteleinzelhandel vertritt man gerne die Meinung, dass Verbraucher keine Produkte mit Schönheitsfehlern kaufen wollen. Die Studie von WUR zeigt nun aber etwas anderes.

Die Forscher untersuchten verschiedene Szenarien: Nicht perfekte Produkte wurden in einem Anteil von 5, 10, 30 oder sogar 50 % des Angebots im Supermarkt in denselben Regalen angeboten wie die perfekten Produkte. Bei einem niedrigen Anteil – 5 oder 10 % – entscheiden sich die Verbraucher weiter für die perfekten Produkte. Abweichende Exemplare bleiben liegen und werden letztendlich doch wieder entsorgt. Erst wenn mindestens 30 % des Angebots aus nicht perfekten Produkten besteht, ändert sich das Verhalten. Zunächst sinken die Verkäufe, aber nach einiger Zeit stiegen sie wieder. „Die Verbraucher scheinen sich daran gewöhnen zu müssen“, meint einer der Forscher. „Danach achten sie kaum noch darauf und akzeptieren, dass frische Ware nun einmal so aussieht.“ Eine wichtige Voraussetzung ist, dass die nicht perfekten Produkte nicht separat angeboten werden. „Man muss sie gemeinsam mit dem Rest anbieten. Nicht in einem eigenen Regal und nicht mit Rabattaufklebern, die suggerieren, dass etwas damit nicht stimmt.“

 

Praktische Probleme

Trotzdem ist die Lösung nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint. „Das ganze Lebensmittelsystem ist auf Einheitlichkeit ausgerichtet. Transportkisten sind beispielsweise auf gerade Gurken abgestimmt: In eine Kiste, in die 20 gerade Gurken passen, passen nur 15 krumme Gurken. Auch lebensmittelverarbeitende Betriebe verwenden Maschinen, die nur Standardformen verarbeiten können.“ (Quelle: EFM)