Frostschutzmaßnahmen im Obstbau sind existenziell – neue Versuchsergebnisse
Frostschutzmaßnahmen im Obstbau sind existenziell – neue Versuchsergebnisse
„Der Frostschutz im Obst wird immer wichtiger, denn das Investment in eine Anlage wird größer“, erklärt Alexander Zimmermann von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), „Frostschutz ist ein absolutes Muss“. In ihren Versuchen hat die LWG bereits zahlreiche Geräte und Maßnahmen zur Minderung von Spätfrostschäden im Obst- und Weinbau getestet und bewertet. In seinem Vortrag auf dem 2. Steinobst-Forum am 19. November in Karlsruhe wird Alexander Zimmermann einen Überblick über den aktuellen Stand der aktiven und passiven Frostschutzmaßnahmen geben und neueste Versuchsergebnisse aufzeigen.
Strahlungs- und Windfrösten
Generell wird zwischen Strahlungsfrösten und Windfrösten unterschieden. Strahlungsfröste treten meist lokal unterschiedlich auf und sind vor allem in den Tallagen spürbar. Während normalerweise die bodennahe Luft wärmer ist als die darüber liegenden Schichten, kehrt sich das in kalten Frostnächten um. Ohne eine schützende Wolkenschicht kann die aus dem Boden aufsteigende Warmluft nach oben entweichen. Gleichzeitig fließt Kaltluft von den Höhenlagen ins Tal. So entsteht die Inversionsschichtung, bei der in Bodennähe die Temperaturen sehr kalt sind und in einigen Metern Höhe deutlich wärmere Luftmassen liegen. In dieser Situation gibt es keinen Luftaustausch durch Wind, weil die kalten und schwereren Luftmassen unter leichteren warmen Luftschichten liegen. Das führt zu den gefürchteten Spätfrostschäden meist in Senken oder Staulagen.
Windfröste können dagegen einer ganzen Anbauregion Schäden zuführen und sind in den meisten Fällen schwieriger abzuwehren. Im Zuge der Klimaerwärmung sind in vielen Regionen Deutschlands und Europas die Winter und Frühjahre in den letzten Jahren milder als das langjährige Mittel. Dadurch können Gehölze im Spätwinter oder Frühjahr zeitiger austreiben und zur Blüte kommen. Fröste im April und Mai treten aber weiterhin in regelmäßigen Abständen auf. Durch die Vegetationsverfrühung verlängert bzw. erhöht sich somit das Spätfrostrisiko bei Obstkulturen.
Das Steinobst-Forum findet am Mittwoch, 19. November 2025, von 10 Uhr bis 12.30 Uhr im Messe Konferenz Center der Messe Karlsruhe, in Konferenzraum 4/5, statt.
Das vollständige Programm finden Sie unter diesem Link: