Drittes Jahr in Folge mit starkem Blütenfrost in Polen
Drittes Jahr in Folge mit starkem Blütenfrost in Polen
28-04-2026
Ende April hat Blütenfrost in den wichtigsten Obstanbaugebieten Polens große Schäden verursacht. Dies ist das dritte Jahr in Folge, in dem die Apfelernte in Polen deutlich geringer ausfallen wird, als sie potenziell möglich wäre.
Die Temperaturen sanken lokal sogar auf bis zu -8 °C am Boden. Zum Zeitpunkt des Blütenfrosts befanden sich die Apfelbäume in den wichtigsten Obstanbaugebieten im roten knospen Stadium. Die Blüten sind in diesem Stadium sehr frostempfindlich. Am stärksten betroffen sind die Regionen Masowien und Łódź. Die großen und bekannten Obstbaugebiete um Grojec und Warka liegen in der Woiwodschaft Masowien. Auf verschiedenen Betrieben sind 90 bis 100 % der Ernte vernichtet, wie die Website Sad24.pl berichtet. Auch in kleineren Obstbaugebieten wie Lublin und Sandomierz sanken die Temperaturen auf -4 °C und lokal sogar auf -8 °C, was zu erheblichen Schäden geführt hat. Die Bäume waren hier bereits etwas weiter entwickelt und die erste Blüten waren schon geöffnet. In Gebieten, in denen Überkronenberegnung möglich ist, wie beispielsweise rund um Wilga südöstlich von Warschau, sind ebenfalls Schäden entstanden, da die Blütenfrostberegnung bei den sehr niedrigen Temperaturen die Blüten nicht ausreichend schützen konnte.
Schadensersatz beantragt
Der polnische Obstbauverband hat sofort damit begonnen, Informationen über Temperaturen und Schäden zu sammeln. Der Verband will diese Daten nutzen, um bei der Europäischen Kommission Schadensersatz für die betroffenen Betriebe zu beantragen. Außerdem finden bereits Gespräche mit dem polnischen Landwirtschaftsminister Stefan Krajewski über einen Beitrag aus polnischen Fonds statt.
Nach Ansicht des polnischen Obstbauverbandes reicht Soforthilfe allein jedoch nicht aus. Frostschäden sind kein Einzelfall mehr, sondern ein jährlich wiederkehrendes Phänomen. Hierfür sind Investitionen in Frostschutzmaßnahmen wie Überkronenberegnungsanlagen erforderlich.
Exportmärkte bedroht
Laut dem Vorsitzenden Mirosław Maliszewski vom polnischen Obstbauverband reichen die Folgen des Blütenfrosts weit über den einzelnen Obstbetrieb hinaus. Ein Mangel an Produkten bedeutet, dass Exporteure ihren über Jahre aufgebauten Exportmarkt nicht ausreichend mit polnischen Äpfeln beliefern können.