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Bodensee erwartet kleinere Apfelernte als 2024

Bodensee erwartet kleinere Apfelernte als 2024

Bodensee erwartet kleinere Apfelernte als 2024
Obst vom Bodensee Marketing GmbH, Nicole Keßler

Obst vom Bodensee Marketing GmbH, Nicole Keßler

 

Obstbauern auf der deutschen Seite des Bodensees rechnen in diesem Jahr mit 12 % weniger Äpfeln als im Vorjahr und 4 % mehr als 2023.

Bei der Eröffnung der Apfelsaison am Bodensee erläuterte Jürgen Nüssle, Geschäftsführer der Württembergischen Obstgenossenschaft Raiffeisen e.G., die Prognose für die deutsche Apfelernte im Vergleich zur geschätzten Erntemenge für die gesamte EU: „Am Bodensee werden wir mit ca. 227.000 Tonnen eine kleinere Menge gegenüber den 258.000 Tonnen im Vorjahr ernten aber wiederum mehr gegenüber den 218.000 Tonnen im Jahr 2023.

 

Die für diese Ernte geschätzte EU-Apfelproduktion liegt mit 10,455 Mio. Tonnen fast genau auf dem Vorjahresniveau (Endauswertung 10,468 Mio. Tonnen). Bedeutet eine um 0,13 % kleinere Ernte als im Vorjahr, aber im Schnitt der letzten 3 Jahre sogar 7,53 % weniger. Somit sogar die kleinste Ernte der letzten 5 Jahre.

Die größten Produktionsländer sind hierbei Polen mit 3,3 Mio. Tonnen, einem Vorjahreszuwachs um 110.000 Tonnen; Italien mit 2,2 Mio. Tonnen mit einem Rückgang um 81.000 Tonnen; Frankreich mit 1,4 Mio. Tonnen mit einer Steigerung von 52.000 Tonnen gegenüber dem Vorjahr und dann Deutschland mit ebenfalls 1,0 Mio. Tonnen was bedeutet, dass für Deutschland 14,68 % mehr heimische regionale Äpfel verfügbar sind.

 

10% kleinere Anbaufläche in Europa

Nach wie vor produzieren diese Länder ca. 75 % der gesamt europäischen Äpfel. Generell ist aber auch anzumerken, dass sich die Anbaufläche innerhalb der letzten 10 Jahre um 10 % auf 475.000 ha verringert hat.

Wie im Vorjahr sind europaweit die Äpfel aus der Ernte 2024 verkauft, Bestände von Ware aus der Südhalbkugel nur in geringerem Umfang vorhanden“.

Die Steigerung von nahezu 15 % in Deutschland entspricht im 3 Jahresdurchschnitt allerdings nur einer Steigerung von 4 %. Dies liegt hauptsächlich an den Ernteausfällen in Ostdeutschland im vergangenen Jahr.

Aufgeteilt nach den Regionen sind dies für die Niederelbe 319.000 Tonnen, den Bodensee 227.000 Tonnen, Sachsen-Anhalt 64.000 Tonnen und Nordrhein-Westfalen 78.000 Tonnen. Der Bodensee und die Region Niederelbe repräsentieren allein 60 % der Gesamtproduktion in Deutschland.

 

Verschiebung im Sortiment

Hauptsorten in Deutschland sind Elstar, die Jonagoldgruppe, Braeburn und Gala. Allein für diese Sorten wurden 499.000 Tonnen geschätzt, was nahezu 50 % der deutschen Erntemenge entspricht. Vor zwei Jahren betrug der Marktanteil dieser Sorten noch 70 %. Den größten Zuwachs während dieses Zeitraums erreichten die Clubsorten. Mit geschätzten 202.000 Tonnen bleibt Elstar die alleinig größte Sorte und weiterhin eine der Lieblingssorten in Deutschland.

Als persönlichen Wunsch äußert Nüssle, dass der Handel und die Verbraucher die Wertigkeit eines in Deutschland regional und sicher produzierten Lebensmittels wieder zu schätzen wissen und dies auch entsprechend würdigen. Die Obstbauern erwarten die entsprechende Unterstützung aus der Politik. „Erzeugerpreise wie in der vergangenen Saison bei gleichzeitig steigenden Kosten für Energie, Personal sowie höheren Auflagen werden den Obstbau in unserer Region und auch in Deutschland zerstören“, prophezeit Nüssle.

(Pressemitteilung Obstregion Bodensee)