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Auf der Suche nach den gesündesten Apfelsorten

Auf der Suche nach den gesündesten Apfelsorten

Auf der Suche nach den gesündesten Apfelsorten
© Laimburg Research Centre/Ivo Corrà

Ein Beispiel für die Vielfalt Apfel: verschiedene Formen, Farben und Größen

Äpfel sind gut für die Gesundheit der Menschen. Daran gibt es keinen Zweifel. Aber manche Sorten sind sogar gesünder als andere. Woher weiß man, welche gesundheitsfördernden Eigenschaften eine bestimmte Sorte hat? Forscherinnen und Forscher aus der norditalienischen Südtirol hoffen, hier eine Antwort zu finden

Die genetische Vielfalt des Apfels bietet wertvolle Chancen, um künftigen Herausforderungen in der Landwirtschaft zu begegnen sowie unsere Ernährung zu verbessern. Vor diesem Hintergrund wurde das Forschungsprojekt ‚Cleargenes‘ ins Leben gerufen. Die Projektpartner haben es sich zum Ziel gesetzt, die Inhaltsstoffe verschiedener Apfelsorten genau unter die Lupe zu nehmen, um herauszufinden, welche Sorten besonders gesundheitsfördernd sind.

 

Wertvolle Inhaltstoffe

Neben den bekannten primären Inhaltsstoffen wie Zucker, Ballaststoffen und organischen Säuren enthalten Äpfel auch sekundäre Pflanzenstoffe, darunter Polyphenole. Diese weniger bekannten Inhaltsstoffe sind für ihre gesundheitsfördernden Eigenschaften bekannt, wie etwa ihre entzündungshemmende und antimikrobielle Wirkung. Da diese Aspekte des Apfels bisher nur am Rande untersucht wurden, ist eine vertiefte Analyse notwendig, um die gesamte Bandbreite der funktionellen Eigenschaften des Apfels zu verstehen und zu fördern. Hier setzt das Projekt ‚Cleargenes‘ an. Ziel des Projekts ist es, die genetischen Grundlagen zu entschlüsseln, die für die Bildung sekundärer Pflanzenstoffe im Apfel verantwortlich sind. „Mit ‚Cleargenes‘ möchten wir herausfinden, welche Apfelsorten den größten Nutzen für die menschliche Gesundheit bieten“, erklärt Walter Guerra, Leiter des Instituts für Obst- und Weinbau am Versuchszentrum Laimburg und Projektverantwortlicher.

 

Polyphenole 

Im Projekt  untersuchen die Forschenden Äpfel aus einer Referenzsammlung namens ‚RefPOP‘. Diese einzigartige Sammlung umfasst 600 verschiedene Apfelsorten, die die genetische Vielfalt des Apfels repräsentieren. Im Jahr 2016 wurde ‚RefPOP‘ an sechs verschiedenen makroklimatischen Standorten in ganz Europa angelegt, um die Wechselwirkungen zwischen Genetik und Umwelt zu erforschen. Ein Fokus liegt auf der Frage, wie klimatische Einflüsse die Qualitätseigenschaften der Äpfel beeinflussen. 

Im Rahmen von ‚Cleargenes‘ entnehmen die Forschenden Proben verschiedener Apfelsorten aus den Versuchsfeldern und untersuchen sie auf sekundäre Inhaltsstoffe und ernährungsphysiologische Eigenschaften. Konkret soll ermittelt werden, welche Genabschnitte die Bildung und den Gehalt von Polyphenolen steuern. Darüber hinaus wird das Metabolom der Äpfel – die Gesamtheit aller Pflanzenstoffe, darunter primäre und sekundäre Inhaltsstoffe – analysiert. Auch die Auswirkungen unterschiedlicher Anbaubedingungen auf das Metabolom werden untersucht. Diese Analyse ermöglicht es die Forscher, die Auswirkungen von Umweltfaktoren auf die gesundheitsfördernden Eigenschaften der Äpfel besser zu verstehen und gezielt Sorten mit hohem Gesundheitswert zu identifizieren.